Streuobstwiesen

 

Weit verbreitet waren früher Grüngürtel um Dörfer und Städte. Die Steuobstwiesen lieferten Obst und Viehfutter und boten zugleich Schutz vor Wind und Trockenheit. Doch viele Baumwiesen mussten und müssen weichen - für Neubaugebiete, Straßen, Gewerbegebiete. Auch ist für viele Landwirte die zeitintensive Pflege der hochstämmigen Bäume längst nicht mehr rentabel. Viele setzen stattdessen auf Obstplantagen mit niederstämmigen Bäumen. Zeitweise wurde gar die Rodung ausgedehnter Streuobstflächen prämiert, so dass der Bestand an Hochstämmen seit Mitte des letzten Jahrhunderts an vielen Orten dramatisch zurückging. Auf den verbliebenen Streuobstwiesen sind die Bäume oft überaltert.

 

Leben auf mehreren Etagen

Von der Wurzel bis zur Krone bietet ein Obstbaum vielfältige Lebenräume. Im Wurzelbereich leben Garten-Spitzmaus, Feldmaus und Igel, Eidechsen, Blindschleichen, Erdkröten und natürlich Regenwürmer und Nacktschnecken. Der Stamm, mit Algen, Pilzen und Flechten und Moos bewachsen, beherbergt Käfer, Ameisen, Asseln und Holzwespen.

In Baumhöhlen und größeren Astlöchern nisten Buntspecht, Gartenbaumläufer, Wendehals, Gartenrotschwanz und Steinkauz. Vor- oder Nachmieter, manchmal auch Konkurrenten bei der Belegung der Nisthöhlen bekommen die Vögel durch Sieben- oder Gartenschläfer oder auch Fledermäuse wie den Großen Abendsegler. In den Baumkronen brüten Singvögel wie Buchfink und Singdrossel. Turmfalke und Mäusebussard nutzen die Bäume als Ansitz bei der Jagd. Die Blätter dienen Insekten und Larven als Nahrung, Jagdrevier und Wohnort. Auch von Pollen und Nektar der Blüten leben viele Tiere: Bienen, Hummeln, Schmetterlinge. Auf Apfelbäumen wächst die Laubholz-Mistel, deren Früchte viele Vögel verzehren. Kirschen, Birnen, Äpfel und andere Früchte sind wichtiger Nahrungsbestandteil vieler Vogelarten, und Fallobst bereichert z.B. den Speiseplan von Igel, Dachs und Reh.  

 

Übers Jahr

Blühende Obstbäume im Frühling ziehen Insekten an: Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, die für die Bestäubung sorgen, Wespen, Schlupfwespen und holzbewohnende Käfer. Sie alle sind ein gefundenes Fressen für viele andere Bewohner der Streuobstwiese wie Vögel und Fledermäuse.

Auch abgestorbene Bäume bergen viel Leben: In hohlen Stämmen nisten Spechte und Eulen. Viele gefährdete Singvogelarten finden in den Kronen der Hochstammbäume Nistmöglichkeiten. Auch die nachtaktiven Garten- und Siebenschläfer fühlen sich in der Obstbaumwiese wohl.

Im Frühsommer und Sommer dient das Gras der Streuostbwiese als Viehfutter.

Im Herbst freuen sich nicht nur die Menschen über die reifen Früchte. Schmetterlinge werden vom süßen Duft des Obstes angelockt. Fallobst ist Nahrung und Lebensraum von Bienen, Wespen, Schlupfwespen, Ameisen und Fliegen. Wegen dieses Insektenreichtums während der Obstzeit wird die Streuobstwiese gerne von Vögeln und Igeln besucht. Auf einem Ostbaum sind bis zu 320 verschiedene Tierarten, außerdem viele Algen, Moose, Pilze und Flechten, vorhanden.

Selbst im Winter bietet die Streuobstwiese noch Futter: Überwinternde Tiere halten sich an, am Baum verbliebenen, Äpfel oder Birnen schadlos oder graben gefrorene Früchte aus dem Schnee aus. Der BUND kämpft für den Erhalt der Streuobstwiesen. Sie haben viele Funktionen und sind ein ein wichtiges Natur- und Kulturerbe unserer Heimat.

 

 

Unsere Streuobstwiese im Herbst 2011

Schmidhausen-Taubenäcker
Schmidhausen-Taubenäcker
Schmidhausen-Taubenäcker
Schmidhausen-Taubenäcker

Unser Projekt "Streuobstwiese"

  

Beilstein, Schmidhausen-Taubenäcker, dort befindet sich das Projekt "Streuobstwiese" der BUND-Ortsgruppe Beilstein.

Startschuß dieses Projektes war im Frühjahr 2003, die Übernahme der Wiese durch einen Pachtvertragen zwischen dem BUND und Frau Käfer ( vielen Dank ). Mit einer großen Pflanzaktion im Herbst 2003 wurden unter der Regie von Herrn Dr. Helmut Graf und Herrn Klaus Fischer insgesamt 32 neue Bäume gepflanzt.

30 verschiedene Sorten vom Berne Rosenapfel, Bärtlinger Weinapfel über den Öhringer Blutstreifling un den Hauxapfel bis hin zum weißen Winterglockenapfel sind hier vertreten. Nicht zu vergessen auch einige Sorten an Birnbäumen.

Heute, 8 Jahre danach, ist der Baumbestand leider wieder geschrumpft und nicht im besten Zustand. Ungefragte Gülleauswurf und Schafüberlauf haben nicht unerheblichen Schaden angerichtet. Außerdem fehlen uns aktuell die aktiven Mitglieder um manche Arbeit gemeinsam in Angriff zu nehmen. Bereits beim Mähen des Grundstückes beginnen die Sorgen - ein Landwirt fehlt, der die Wiese ehrenamtlich abmäht und auch noch mit dem Schnittgut etwas anfangen kann ( bitte melden ).

Die Bäume müssen dringend geschnitten werden - hier stellen wir gerne Vereinen wie dem Obst- und Gartenbauverein die Bäume für Schnittschulungen zur Verfügung ( bitte melden ).

Über die Ernte müssen wir uns dieses Jahr keine Gedanken mehr machen, auch hier hat der Hagel zugeschlagen - der Rest verfault am Baum.... Doch im nächsten Jahr suchen wir gerne Schulklassen, die in der Natur etwas lernen möchten und nebenbei auch noch die Klassenkasse mit dem Verkauf von selbstgepflückten Äpfeln aufbessern wollen ( bitte bewerben ).

Um die Artenvielfalt zu fördern wurde in den Bäumen unter anderem Hornissenkästen, Steinkauzbruthöhlen, Vogelbrutstätten und Ohrwurmgehäuse aufgehängt. Noch vor dem nächsten Frühjahr müssen diese in Ordnung gebracht werden. Auch unser Insektenhotel bedarf einr Renovierung. Ein Termin hierfür wird noch festgelegt ( Helfer bitte melden ).

Unser Spendenaufruf in den Beilsteiner Mitteilungen führte nun auch zum Erfolg. Die Fa. "Alles Holz - Jochen Beck" in Maad hat sogleich 3 Greifvogelstangen aus Akazienholz gespendet. Diese wurden sogleich auf der Streuobstwiese in Position gebracht. Vielen Dank, Herr Beck...

  

Unser Ziel: Ein Obstbaumlehrpfad

Jeder Baum soll auf kleinen Täfelchen seine Geschichte erzählen. Welche Tiere hier leben, welcher Nutzen ein Streuobstwiese für Mensch und Natur hat, das soll auf einer Schautafel informativ dargestellt werden.

Eine Bereicherung für Beilstein ... ein pädagogischer Nutzen für alle Kindergartengruppen und Schulklassen.

Wollen Sie mitwirken, haben Sie Ideen ?

 

Artenvielfalt / Artenschutz

Insekten-Hotel
Amphibien-Appartments
Greifvogel-Stangen
Ohrwurm-Unterschlupf
Vogel-Wohnung
Hornissen-Burg
Steinkauz-Höhle
Misteln - einige sind vom Aussterben bedroht!

    

 

 

 



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